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Infravesikale Obstruktion (LUTO) und suprapubische STENT-Anlage:
Indikation und Durchführung

Patienteninformation – Was sollen Sie wissen, was sollen Sie fragen?

Was ist die infravesikale Obstruktion (LUTO)?

Bei der infravesikalen Obstruktion (Synonym: obstruktive Uropathie oder Englisch LUTO – Lower Urinaty Tract Obstruction) wird im Ultraschall eine Harnröhrenverengung (Stenose) oder eine posteriore Urethralklappe festgestellt.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose wird mittels Ultraschall gestellt. Man findet beim Fetus eine stark gefüllte Harnblase, gestaute Nieren und nicht selten eine Oligo- oder Anhydramnie.  

Welche Prognose hat das Kind mit dieser Diagnose?

Eine ausgeprägte LUTO führt zu einer beidseitigen ausgeprägten Hydronephrose und zu einer Niereninsuffizienz bereits im Mutterleib (in utero). In ausgeprägten Fällen kommt es zu einer verminderten Ausscheidung (Diurese) und dadurch Oligo- oder Anhydramnion, die zu einer Unterentwicklung der fetalen Lungen (pulmonalen Hypoplasie) führen. Die Überlebenschancen sind in diesem Stadium fraglich.

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

Um die Nierenfunktion besser zu beurteilen, wird eine biochemische Analyse des fetalen Urins (u.a. Elektrolyte und Beta-2-Mikroglobin) durch die gezielte Punktion der Harnblase durchgeführt. Die Punktion wird oft mit der humangenetischen Analyse kombiniert.

Wie wird die STENT-Implantation durchgeführt?

Die suprapubische STENT-Implantation findet während der Ultraschallkontrolle unter sterilen Bedingungen statt.
Vorab wird eine Lokalanästhesie über die Bauchdecke appliziert. Vor der STENT-Einlage wird bei einem Anhydramnion eine Fruchtwasserinfusion durchgeführt, um die STENT-Implantation zu ermöglichen. Die Punktion der fetalen Harnblase wird mit einer 1,2 mm durchmessenden Punktionsnadel durchgeführt.
Die Dekompression der gestauten Harnwege führt zu einer Normalisierung der Fruchtwassermenge und somit zur Rückbildung der Lungenhypoplasie.

Wann kann man die STENT-Einlage bei LUTO durchführen?

Ab der 16+0 SSW wird die STENT-Einlage durchgeführt.

Welche Komplikationen gibt es?

Die Komplikationsrate ist bei erfahrenen Fetalchirurgen sehr gering.
Die häufigsten Komplikationen sind die STENT-Dislokation nach einigen Wochen oder Monaten (20-50%) und der vorzeitige Blasensprung.

Anderen Komplikationen wie Blutung, Verletzungen oder Infektion kommen selten vor (<1%).
Bei einer STENT-Dislokation wird ggf. eine Re-Implantation angeboten.

Nach der STENT-Einlage wir eine Ultraschallkontrolle durchgeführt. Hierbei wird Folgendes überprüft:

  • STENT-Position
  • Fetale Herzfrequenz (Doppler)
  • Fruchtwassermenge
  • Ausschluss einer Komplikation
Infravesikale Obstruktion (LUTO)

Berliner Zentrum für Pränataldiagnostik und Fetalchirurgie
MVZ Evangelisches Waldkrankenhaus

Prof. Dr. med. Michael Tchirikov

Facharzt für Geburtshilfe und Gynäkologie
Schwerpunkt: Spezielle Geburtshilfe und Pränatalmedizin

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